The memory does not film, the memory photographs

Milan Kundera

Die Fotografie hat mich schon früh fasziniert und so habe ich schon als sehr junger Mensch versucht, die Bilder und Geschichten, die im Kopf aufblitzten, mit einer Kamera einzufangen und zu Papier zu bringen.

Auch heute noch ist das die eigentliche Motivation meiner Fotografie. Neben einigen thematisch bestimmten Projekten, die mich meist über lange Zeiträume beschäftigen, finden mich auch ganz spontane Motive, auf die ich sehr intuitiv reagiere.

Oft greife ich nach der Kamera um Augenblicke einzufangen, die in mir ein bestimmtes Gefühl auslösen oder deutlich machen. Ich arbeite dabei analog auf Film oder digital, die Bildidee bestimmt in der Regel die Wahl des Mediums (...manchmal aber auch die Kamera, die gerade dabei ist!)

Ich arbeite sehr gerne allein, versuche aber auch, durch den Austausch mit anderen Fotografen und das Engagement in der Schwarz-Weiss AG Süd neue Impulse aufzunehmen und die eigenen Arbeiten kritisch zu betrachten.

Ich entwickle meine Schwarzweißfilme selbst und scanne die Negative ein. Ab da beginnt nun für alle meine Bilder, die digital aufgenommenen wie auch die digitalisierten, die Nachbearbeitung am PC. Auch ist es mir wichtig, die Arbeiten selbst ‚zu Papier‘ zu bringen, früher in der Dunkelkammer, heute deutlich komfortabler mit dem eigenen Drucker.

2012 habe ich das Kollodium-Nassplattenverfahren für mich entdeckt. In dieser alten Technik, kommt für mich sehr vieles zusammen, was meine Begeisterung für Fotografie nährt. Einmal ist dieses Verfahren sehr handwerklich und auch sehr unbestimmbar, der Umgang mit den Chemikalien erfordert sehr viel Sorgfalt aber auch sehr viel Erfahrung und oftmals auch 'Bauchgefühl', denn das Kollodium altert und reagiert sehr sensibel auf äußere Einflüsse, aber ein großer Teil der Begeisterung liegt in der weitgehenden Unvorhersehbarkeit der Ergebnisse, Fehler bereichern beispielsweise sehr oft das Bild, und der magische Moment in dem das Bild auf der Platte entsteht lässt mich immer wieder staunen.

2014 sind dann die ersten Edeldruckverfahren dazugekommen, Salzdrucke und Cyanotypien, auch Blaudruck genannt. Wobei Druck hierbei eher irreführend ist, mit diesen Verfahren werden mit lichtempfindlichen Lösungen sensibilisierte Papiere mit UV-Licht belichtet, sehr ähnlich der Belichtung eines klassischen Silber-Gelatine-Printes.

Grundsätzlich möchte ich mich weiterhin nicht auf Themen oder Medien festlegen, je nach Gegenstand meines Interesses bin ich offen für alle Formen und Spielarten der Fotografie und experimentiere sehr gerne.

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