Polymergravüre
auch Heliogravüre, Photopolymergravüre, Solarplates genannt

Auf dieser Seite habe ich einmal die Informationen und Adressen zusammengetragen, die etwas über das Verfahren berichten oder dafür hilfreich sind, bei denen man die Materialien und bekommt und eine Darstellung des Arbeitsablaufes, mit dem ich meine Heliogravüren herstelle. 
Das ist nicht die unbedingt anerkannteste Methode, sich an diese Platten zu machen, aber sie funktioniert für mich, daher: alles ohne Gewähr und auf eigene Gefahr!
Falls Ihr Fragen habt, wendet Euch gerne an mich, ich werde helfen, so gut ich kann!

 
 

Wie alles begann...

Vor einigen Monaten habe ich mir eine Druckerpresse 'ertauscht', habe mich von einer Technik und dem dazugehörigen Material verabschiedet - und hab mir sozusagen beim Schließen der Tür gleich eine neue geöffnet 😊.

Damit wurde ein großes Herzenswunsch möglich: ich kann nun meine Polymergravüre-Platten (auch Solarplates genannt) selbst drucken. Bisher habe ich dazu nur in Schweinfurt Gelegenheit gehabt, dort haben wir in Zusammenarbeit mit der Radierwerkstatt in den letzten Jahren schon mehrere wunderbare Wochenenden mit der Herstellung der Platten und dem Druck verbracht.

weiterlesen...


  • Was man alles braucht:

Für die digitalen Negative:

  • digitalisiertes Bild
  • Photoshop
  • Inkjet-Drucker (muss kein Profigerät sein)
  • Folien für Inkjet (z.B. Pictorio Premium OHP, Agfa Copy Jet)
  • Babypuder

für die Platten: 

  • KM73 Photopolymerplatten von Toyobo
  • UV-Quelle
  • Safe-light (rotes Licht)
  • Schale so groß wie die Platte
  • Handschuhe
  • Papiertücker
  • Föhn oder Heizlüfter
  • Hebel-Schneidemaschine
  • Schwamm

für den Druck:

  • glatte Unterlage zum Mischen der Tinte
  • Kuperdruckfarbe
  • Spatel (kann aus hertem Gummi sein)
  • Zeitungspapier und Druckerpapier
  • Wischgaze
  • Magnetfolie (darauf haften die Platten, das ist sehr angenehm beim auswischen der Tinte!)
  • Baumwollpapier, mindestens 280g
  • Tiefdruckpresse
  • große Schale, um das Papier einzuweichen
  • Seidenpapier
  • Trockenpappe

 


Das Negativ 

Für das Negativ braucht man ein digitalisiertes Bild, also ein eingescanntes oder abfotografiertes Bild oder auch ein mit einer Digikam aufgenommenes Bild.
In Photoshop wird das Bild erst einmal ganz normal bearbeitet, als ob man es zum printen oder für die Bildschirmanzeige bearbeitet, Tonwerte, Kontrast, Zuschnitt, Bildgröße (in diesem Fall auch gleichzeitig die Größe der Platte) ... all diese Bearbeitungsschritte nehmt ihr am besten mit 16 bit vor.
Die Polymerplatten arbeiten sehr hart, das heißt in unserem Fall, dass man nicht so viele Grautöne zur Verfügung hat, ab einem reltiv mittlerem dunkelgrau werden schwarz, hellere Grautöne werden dagegen sehr schnell als weiß wiedergegeben. Um möglichst viele Grautöne zu haben muss man also die Grautöne der Bildes in Grautöne umwandeln, die die Platten darstellen können.
Dies geschieht mit Hilfe einer Kurve, die man in Photoshop über das fertig bearbeitete Bild legt.
Diese Kurve muss man für jedes verwendetet Material neu erstellen, der Drucker, die Folie, die Belichtungseinheit - all das hat Einfluss auf den Kurvenverlauf.
Die Erstellung dieser Kurve ist ein eigenes Kapitel, das findet ihr hier.

Nach dem Hinzufügen der Kurve ist das Bild nun fertig zur Umwandlung in ein Raster.
Die Platten können ja keine Grautöne wiedergeben, dieser Eindruck wird erzeugt, in dem man schwarze und weiße 'Punkte' in verschiedener Dichte setzt (wie die Wiedergabe on Bildern im Siebdruck oder in der Zeitung). Wenn diese Punkteverteilung regelmäßig ist, dann kann man das Rastermuster erkennen, man kann aber auch ein stochastisches rater erzeugen, also ein vom Computer erstelltes, willkürliches Raster, dessen Verteilung man nicht erkennen kann.

Genau das wollen wir - und erreichen es in Photoshop indem wir zuerst einmal unser Bild samt Kurve in ein Graustufenbild umrechnen. Dabei fragt Photoshop in der Regel, ob man alle Ebenen auf eine reduzieren will, das wollen wir 😊.
An dieser Stelle müssen wir auch in den 8-bit.Modus wechseln, denn nur dort steht die Möglichkeit 'in Bitmap umwandeln' zur Verfügung.

Bildschirmfoto 2017-02-04 um 17.20.34.png


Die Platten werden später mit Druckfarbe eingefärbt, die überschüssige Farbe wieder abgenommen (= abgewischt) und  und dann gedruckt. Wenn die Bereiche, in denen die Farbe bleiben soll, zu groß werden, besteht beim Abwischen der Platte die Gefahr, dass man die Farbe wieder aus diesen Bereichen herauswäscht. Also müssen